Festgeld und Festgeldkonto: Der Parkplatz für das Geld

Schon die Bibel schlägt sich mit dem Problem herum. Im Gleichnis von den anvertrauten Zentnern vermehren die treuen Knechte das Geld ihres Herrn, während der faule, vielleicht auch nur ängstliche Knecht es vergräbt und den kompletten Betrag seinem Herrn bei dessen Rückkehr zurück gibt. Dessen Reaktion fällt harsch aus: „Du böser und fauler Knecht! … Hättest Du mein Geld zu den Wechslern bringen können, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine wiederbekommen mit Zinsen.“ (Matthäus 25, 26 – 27)
Ganz sicher hat der Herr auch schon von der Inflation gewusst oder zumindest eine entsprechende Vorahnung gehabt. Von allen Anlagestrategien wissen wir bereits: Geld muss arbeiten, sich also vermehren, sonst wird es tatsächlich im Laufe der Zeit weniger wert. Das Festgeldkonto bietet hier mit seinen vergleichsweise hohen Zinsen bei hoher Sicherheit einen Parkplatz, der sich dadurch auszeichnet, dass der Tank sozusagen während des Parkens etwas voller wird. Bevor ein Festgeldkonto eröffnet wird, sollte sich der Sparer darüber im Klaren werden, wie viel Geld er tatsächlich für die längere, sogenannte Laufzeit entbehren kann. Es ist besser hier vorsichtig zu planen und die Unwägbarkeiten des Lebens zumindest gedanklich zu berücksichtigen: Ein neues Auto muss her, die Heizung muss repariert werden, ein unvergleichlicher Urlaub lockt die ganze Familie. Dabei sollte das Festgeld gedanklich keine Rolle spielen, denn es ist wie der Name schon sagt, fest angelegt und steht nicht zur Verfügung. Nur wer dann immer noch genügend flüssig ist (Liquidität) fährt oder besser parkt gut, wenn er sich für diese Anlageform entscheidet.

Eröffnung des Festgeldkontos: Voraussetzungen und Formalitäten

Für die Eröffnung eines Festgeldkontos sind einige wenige Voraussetzungen zu erfüllen. Wie jedes Konto muss das Konto auf den Namen einer natürlichen Person eröffnet werden. Diese muss geschäftsfähig sein, dies ist normalerweise bei volljährigen Personen gegeben. Auch Kinder können ein Festgeldkonto auf ihren Namen eröffnen, brauchen dazu aber die Einwilligung des gesetzlichen Vertreters, meist sind das die Eltern. Die Banken sind verpflichtet, eine sogenannte Legitimitätsprüfung vorzunehmen, dies geschieht durch die Vorlage des Personalausweises oder eines Reisepasses, die natürlich gültig sein müssen. Voraussetzung ist hier das der oder die betreffende Person in der Bankfiliale persönlich erscheint.
Ein Festgeldkonto lässt sich allerdings auch online über das Internet eröffnen. Der künftige Kontoinhaber kann in aller Ruhe eine Bank seiner Wahl im Internet suchen, sich die Antragsformulare ausdrucken und diese ausfüllen. Dazu gehört auch ein Post – Ident Coupon. Mit diesen Unterlagen geht es dann persönlich in die nächste Filiale der deutschen Post. Der dortige Mitarbeiter prüft die Identität durch den Personalausweis oder Reisepass, der Antragsteller und der Mitarbeiter der Post unterschreiben den Post – Ident Coupon und schicken das Ganze dann zur Bank.

Ein Festgeldkonto ist nicht gern allein: Das Verrechnungskonto

Da ein Festgeldkonto nicht am allgemeinen Zahlungs – und Geschäftsverkehr teilnimmt und auch nicht für den bargeldlosen Zahlungsverkehr geeignet ist, benötigt es ein sogenanntes Verrechnungskonto. Für den Anleger, der sich für die Bank entschieden hat, bei der er auch sein Girokonto führt, gibt es damit keine Probleme. Auf dem Verrechnungskonto werden nach Ablauf der Laufzeit die Zinsen gutgeschrieben. Dafür eignet sich auch ein Tagesgeldkonto, das dann wiederum mit einem Girokonto gekoppelt ist. Diese Variante hat den Vorteil, dass die Zinsen auf dem Tagesgeldkonto ab dem Tag der Gutschrift sofort wieder Zinsen erwirtschaften. Die Konditionen sind bei den einzelnen Kreditinstituten allerdings sehr unterschiedlich. Grundsätzlich empfiehlt es sich, bei der sogenannten Hausbank zu bleiben, Ausnahmen bestätigen die Regel, wenn zum Beispiel sehr gute Zinsen geboten werden oder die Konditionen und das Handling woanders einfach besser sind.
Zu beachten sind auch mögliche Unter – und Obergrenzen für die Festgeldanlage. Die meisten Banken bieten Festgeldanlagen erst ab einem Betrag von 2500 bis 5000 Euro an, bei einigen wenigen Banken gibt es eine Anlageobergrenze.
Der Vollständigkeit halber sei hier noch erwähnt, dass sich eine Festgeldanlage unter bestimmten Umständen auch kündigen lässt. Dann allerdings muss man entsprechende Strafzahlungen oder Zinsersatz leisten, was den angestrebten Erfolg der Geldanlage erheblich schmälert.

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