Girokonto und Festgeld nutzen: zwei ungleiche Geschwister

Der Begriff Girokonto wird so oft benutzt, dass seine Bedeutung schon gar nicht mehr hinterfragt wird. Wie so häufig im Bankwesen findet der Begriff seinen Ursprung im Italienischen:
giro oder girare: Kreislauf oder kreisen lassen. Damit ist die Bedeutung im Bankwesen schon recht deutlich beschrieben: alles dreht sich um das Girokonto.

Das Girokonto: Mädchen für alles

Ohne Girokonto läuft nichts. In Deutschland ist das Recht auf ein eigenes Bankkonto für jeden geschäftsfähigen Bürger gesetzlich festgeschrieben. Und das ist meist ein Girokonto. Folgende Eigenschaften sind bei fast jedem Girokonto vorhanden: Es wird durch eine Nummer oder Ziffernfolge bezeichnet, deren Aufbau von Bank zu Bank unterschiedlich ist, aber häufig bestimmten Schemata folgt, an deren Aufbau der Fachmann schon weitere Details erkennen kann: Handelt es sich um eine Girokonto für eine Privatperson oder ist es ein Geschäftskonto? Wann etwa wurde es eröffnet? Zusammen mit der Bankleitzahl bildet sich hieraus eine eindeutige Kombination, zur Sicherheit wird oft noch der Name des Kontoinhabers hinzugefügt. Damit sind Verwechslungen beim Geldtransfer weitgehend ausgeschlossen.
Seinem Charakter nach ist das Girokonto auch ein Kreditkonto. Anders als viele andere Konten (Festgeldkonto, Tagesgeldkonto) kann es auch einen Soll – Stand ausweisen, also im Minus stehen. Fast jede Bank bietet einen bestimmten sogenannten Überziehungsrahmen an, also einen Betrag bis zu dem das Konto im Soll stehen darf. Dieser wird auch oft als Dispositionskredit – kurz Dispo – bezeichnet und kostet selbstverständlich Zinsen. Zusätzlich gibt es noch den Überziehungsrahmen, der noch über dem Dispo liegen kann. Dabei wird es aber oft richtig teuer, Zinsen von bis zu achtzehn Prozent sind durchaus möglich. Um ein oft angepriesenes Beispiel zu nennen: Girokonto kostenlos, sofort verfügbar, großzügiger Dispositionsrahmen, keine Sicherheiten erforderlich, hohe Zinsen. Im Kleingedruckten, oft auch mit einem Sternchen verziert, steht dann: „Bei monatlichem Geldeingang ab 2000 Euro.“
Das ist auch verständlich, denn keine Bank wird es riskieren, auf gut Glück jedermann eine Konto mit einem Überziehungskredit zu spendieren. Wer die Bank für sein Girokonto frei wählen kann, sollte vor allem auf die Gebühren achten. Diese werden nämlich oft gesondert erhoben, auch der Zahlungszeitpunkt dafür spielt eine Rolle. Zu fast jedem Girokonto gibt es außerdem eine Kreditkarte, eine EC – Karte oder eine von der jeweiligen Bank ausgegebene Karte, die vor allem genutzt wird, um am Automaten Geld abzuheben oder damit an der Kasse zu bezahlen.

Das Festgeldkonto: Der große Bruder

Wer Geld übrig hat, sollte es anlegen, zum Beispiel auf dem Festgeldkonto. Das Festgeldkonto mit seiner längeren Laufzeit und den vergleichsweise guten Zinsen braucht aber ein sogenanntes Verrechnungskonto. Hier bietet sich neben dem Tagesgeld das sehr flexible Girokonto an.
Exkurs in aller Kürze: der Zinseszinseffekt. Wer sich damit etwas näher beschäftigt, kommt früher oder später bei der Frage an, was mit dem erwirtschafteten Ertrag geschehen soll. Was spricht dagegen, diesen sofort wieder festverzinslich anzulegen? Nichts, im Gegenteil: Experten haben errechnet, das ein Cent, vor 2000 Jahren zur neuen Zeitrechnung zu üblichen Konditionen angelegt, den Sparer heute märchenhaft reich machen würde.
Bei der Einrichtung von Festgeldkonten gibt es nun im Zusammenhang mit der Zinsgutschrift einige interessante Varianten: Die Zinsen werden jährlich auf das Girokonto überwiesen und stehen zur Verfügung. Die Zinsen werden über das Girokonto sofort wieder angelegt, der Zinseszins wird ausgenutzt. Oder der Zinsbetrag wird erst zum Ende der Laufzeit über das Girokonto ausgezahlt. Wichtig ist, sich hier für die persönlich vorteilhafteste Variante zu entscheiden, die sich später meist nicht mehr ändern lässt.

Diese Varianten sind auch per Internet verfügbar. Die üblichen Sicherheitsmaßnahmen bei der Online – Kontoführung sollten ergriffen werden. Bei allen Varianten müssen die steuerlichen Anforderungen geprüft werden, entsprechende Freistellungsaufträge sollten entsprechend angepasst werden.
Zum Abschluss eine Begriffsklärung: Prolongieren bedeutet in diesem Zusammenhang einfach Wiederanlage oder Verlängerung, oft zu gleichen Konditionen.
Es versteht sich von selbst, dass die Kombination und die Nutzung des Girokontos für das Prolongieren einer Festgeldanlage bei der gleichen Bank erfolgen sollten. Wer bewusste gegen dieses Prinzip verstoßen möchte, sollte sich mit Tagesgeld – Hopping beschäftigen.

Das richtige Konto finden...
Jetzt vergleichen!

Festgeld vergleichenTagesgeld vergleichen



Eine Frage stellen:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *