Bei Festgeldkonten erfolgt eine Zinsgutschrift meist am Ende des Jahres

Eine Zinsgutschrift bezeichnet den Zinsertrag, der nach einem bestimmten Intervall auf das jeweilige Festgeldkonto gut geschrieben wird. Dieses Zinsintervall kann von der Länge her verschieden sein und hängt von den jeweiligen Angeboten der Banken oder Sparkassen ab. Grundsätzlich gilt, dass je kürzer die Zinsintervalle sind, desto mehr Rendite und Zinserträge können mit der Geldanlage erwirtschaftet werden.
Eine regelmäßige Zinsgutschrift bei einem Festgeldkonto, das über eine längere Laufzeit verfügt, kann dazu führen, dass ein Zinseszins-Effekt auftritt. So wird also der bereits erreichte Zinsertrag zu der jeweils gemachten Einlage addiert und der komplette Betrag wird bei der nächsten Gutschrift wieder verzinst. Zinsen erhalten auf diese Weise noch einmal Zinsen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die erzielten Zinserträge unangetastet bleiben und nicht vom Festgeldkonto abgehoben werden. Erst dann kann ein Zinseszins-Effekt entstehen, wobei die Höhe des jeweiligen Effekts auch damit zusammenhängt, in welchen Abständen die Gutschriften erfolgen, denn je kürzer diese Abstände sind, desto höher ist die Summe, die sich durch den Zinseszins-Effekt erreichen lässt.
Bis vor einigen Jahren war es noch üblich, dass die meisten Banken eine Zinsgutschrift jeweils zum Ende des Jahres angeboten haben. Das hatte den entscheidenden Nachteil, dass gerade Festgeldkonten mit kurzer Laufzeit nicht vom Zinseszins-Effekt profitieren konnten. Dieser Trend hat sich geändert und es gibt immer mehr Institute, die Festgeldkonten mit monatlichen oder vierteljährlichen Gutschriften anbieten. Allerdings müssen Anleger bei dieser Form der Anlagen auch auf einige Punkte achten, sonst kann der positive Zinseszins-Effekt nutzlos werden.

Zinsintervalle und Höhe der Zinssätze sind zwei der wichtigen Eckdaten eines Festgeldkontos

Es gibt mittlerweile viele Angebote, aus denen Anleger sich das passende Festgeldkonto aussuchen könnten. Variieren können dabei die Abstände der Intervalle und die Höhe des Zinssatzes. Viele Banken versuchen Neukunden mit speziellen Angeboten zu locken, die teilweise einen horrenden Zinssatz haben. Doch dieser Top-Zins hat in den meisten Fällen einen Haken, denn unter Umständen gibt es nur eine Zinsgutschrift am Ende der Laufzeit. Ein möglicher Zinseszins-Effekt entfällt also gänzlich, da während der gesamten Laufzeit keine Zinsen auf dem Konto gut geschrieben werden. Ein anderer Nachteil des hohen Top-Zinses können lange Laufzeiten sein, denn manche Banken verlangen eine Laufzeit von fünf oder mehr Jahren und es kann auch nur eine begrenzte Einlage getätigt werden. Übersteigt die Einlage die angegebene Höchstsumme, dann greifen andere Bedingungen und die Zinssätze fallen unter Umständen viel niedriger aus.
Die Zinsentwicklung sollte auch im Auge behalten werden und es kann sich bisweilen lohnen, sich die eine oder andere Prognose anzuschauen. Die Zinssätze für Geldanlagen, wie Festgeldkonten orientieren sich an der Höhe des Leitzins der EZB. Ist der Leitzins niedrig, können Banken oder Sparkassen hohe Zinsen für Festgeld anbieten. Sollte der Leitzins allerdings auf sehr hohem Niveau liegen, so sind die Zinssätze für Festgeld sehr niedrig, weswegen sich in diesen Zeitperioden eine Anlage mit einer kurzen Laufzeit lohnt. Nach Auflösung des Festgeldes kann das Kapital dann wieder in ein Konto mit einem besseren Zinssatz angelegt werden.

Abgeltungssteuer muss auf die Zinsgutschriften gezahlt werden

Seit 2009 gibt es in Deutschland eine neue Form der Steuer, die so genannte Abgeltungssteuer, die auf Zinsgutschriften gezahlt werden muss. Diese Abgeltungssteuer setzt sich aus verschiedenen Teilen zusammen und enthält unter anderem auch den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer. Die Banken oder Sparkassen führen bei Zinsgutschriften die Abgeltungssteuer selbstständig an das Finanzamt ab, so dass Sparer damit keinen Aufwand haben. Allerdings gibt es auch einen so genannten Sparerfreibetrag, der von den Anlegern in Anspruch genommen werden kann. Für Ledige liegt die Grenze derzeit bei 801 Euro jährlich, während Ehepaare 1602 Euro im Jahr an Zinsgutschriften steuerfrei erhalten können.
Doch Personen mit geringem Einkommen können diese Art der Steuer auch umgehen und haben die Möglichkeit beim zuständigen Finanzamt eine so genannte Nichtveranlagungsbescheinigung zu beantragen und diese dann bei der jeweiligen Bank vorzulegen. So entfällt auch auf höhere Zinsgutschriften keine Abgeltungssteuer. Besonders Personen mit geringem Einkommen aus anderen Tätigkeiten können diese Regelung in Anspruch nehmen und davon profitieren.

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