Was unterscheidet Bruttorendite und Nettorendite bei Zinserträgen?

Geht es den Börsen nicht besonders gut, erleben sichere Anlagevarianten, wie Festgeld, Tagesgeld und Geldmarktfonds, einen wahren Hype. In diesen Zeiten werben natürlich auch die Kreditinstitute mit diesen Anlagemöglichkeiten und einer Menge günstiger Zinsangebote. Genau hier passieren jedoch bereits die ersten Fehler und die Kunden lassen sich durch hohe Zinsangebote blenden. Sie übersehen, dass es sich bei diesen Angaben jedoch um Renditen handelt, bei denen Steuern und Inflation noch nicht berücksichtigt wurden. Es handelt sich dabei also nicht um die tatsächlichen Gewinne oder den tatsächlichen Wertzuwachs. In diesem Zusammenhang tauchen auch immer wieder die Begriffe Brutto- und Nettorendite auf. Damit es hier keine Verwechslungen gibt, sollte man sich die Definitionen dieser beiden Bezeichnungen einmal genauer ansehen.

Definition: Brutto- und Nettorendite sowie die steuerliche Behandlung von Festgelderträgen

Bei der Bruttorendite handelt es sich um den Wertzuwachs bzw. den Ertrag ohne Berücksichtigung von Steuern und Inflation. Die Bruttorendite wird häufig auch als nominaler Zinsertrag bezeichnet. Bei der Nettorendite handelt es sich um den tatsächlichen Gewinn, also den Ertrag nach Abzug der Steuern und unter Berücksichtigung der Inflation. Die Nettorendite ist folglich immer niedriger, als die Bruttorendite. Da die meisten Kreditinstitute die Bruttorendite angeben, ist es wichtig, auch zu wissen, wie die steuerliche Behandlung von Zinserträgen aussieht. Grundsätzlich gilt für alle Erträge aus Anlagen, wie etwa Festgeldkonten, Tagesgeldkonten, Sparbriefen, Sparbücher, Bundesschatzbriefen und ähnlichem, ein Freibetrag von 801 Euro pro Person. Dieser Sparer-Pauschbetrag ist für jeden steuerfrei und kann von der Bemessungsgrundlage abgezogen werden. Zinserträge, die diesen Sparer-Pauschbetrag übersteigen müssen versteuert werden, und zwar mit der Abgeltungssteuer in der Höhe von 25 Prozent. Die Abgeltungssteuer wird direkt von den Kapitalerträgen abgezogen und vom Kreditinstitut an das zuständige Finanzamt abgeführt. Neben der Abgeltungssteuer ist auch noch ein Solidaritätszuschlag sowie eventuell auch eine Kirchensteuer abzuführen. Alles in allem ist bei der Bewertung von Festgeldkonten somit zu beachten, dass der der Zinsertrag mindestens gleich hoch sein sollte, wie die prozentuelle Steuerbelastung zuzüglich der Inflation. Nur so kann ein realer Gewinnzuwachs erzielt werden. Ist dies nicht der Fall, ist ein stetiger Verzehr des investierten Kapitals und somit ein Verlust vorprogrammiert.

Das richtige Konto finden...
Jetzt vergleichen!

Festgeld vergleichenTagesgeld vergleichen


« Zurück zur Ratgeber-Festgeld-Übersicht


Eine Frage stellen:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *