Wie beantrage ich eine Nichtveranlagungsbescheinigung?

Für Erträge aus Kapitalanlagen ist in aller Regel eine Abgeltungssteuer zu zahlen. Eine Nichtveranlagungsbescheinigung kann jedoch erwirken, dass ein Sparer von der Abgeltungssteuer befreit wird. Normalerweise wird bei Kapitalerträgen die Abgeltungssteuer von 25 % fällig, die 2009 die Kapitalertragssteuer abgelöst hat. Die Abgeltungssteuer wird direkt vom Finanzamt eingezogen und ist damit abgegolten (daher die Bezeichnung).

Sparer mit geringem Einkommen: Befreiung von der Abgeltungssteuer prüfen

Eine Nichtveranlagungsbescheinigung kann von großem Vorteil sein, wenn ein Sparer zu dem Personenkreis zählt, der sich von der Abgeltungssteuer befreien lassen kann. Hierzu ist die Frage wichtig, ob der Sparer als an sich steuerpflichtiger Bürger nicht zur Einkommensteuer veranlagt wird. Dies ist dann der Fall, wenn das zu versteuernde Einkommen geringer ist als der Eingangssteuerbetrag der Steuertabelle. Der Eingangssteuerbetrag liegt bei Alleinstehenden bei 8.820 € und bei verheirateten Paaren bei 17.640 €. (Stand 2017) Wird diese Grenze beim zu versteuernden Einkommen nicht erreicht, dann hat der Sparer Anspruch auf eine Befreiung von der Abgeltungssteuer, wenn er eine Nichtveranlagungsbescheinigung vorlegt – es bleiben sämtliche Kapitalerträge steuerfrei. Damit kann die Nichtveranlagungsbescheinigung weit über den Freibetrag hinausgehen, denn nicht nur dieser Freibetrag von 801 € für Alleinstehende bzw. 1602 € für verheiratete Paare wird steuerfrei gehalten, sondern sämtliche Kapitalerträge, auch wenn sie über diesem Freibetrag liegen sollten.
Eine Nichtveranlagungsbescheinigung wird vom zuständigen Finanzamt ausgestellt, allerdings nur für die Dauer von drei Jahren. Danach ist eine neue Nichtveranlagungsbescheinigung einzuholen. Dazu wird die Nichtveranlagungsbescheinigung auf Widerruf ausgestellt. Sollten sich die Einkommensverhältnisse des Sparers also ändern, kann die Nichtveranlagungsbescheinigung auch wieder zurückgenommen werden. Um eine Nichtveranlagungsbescheinigung zu beantragen, steht im Internet das passende Formular bereit, und es kann auch direkt beim zuständigen Finanzamt abgeholt werden. Das ausgefüllte und unterschriebene Formular muss dann im Finanzamt eingereicht werden. Nach Prüfung des Antrags kann die Nichtveranlagungsbescheinigung ausgestellt werden. Diese muss im Original bei der Bank vorgelegt werden – es werden also mehrere Bescheinigungen benötigt, falls der Sparer Geldanlagen bei verschiedenen Kreditinstituten besitzt. Nach drei Jahre läuft die Nichtveranlagungsbescheinigung ab und muss erneut beim Finanzamt beantragt und bei der Bank vorgelegt werden. Dies ist aber ein Aufwand, der sich durchaus lohnen kann.

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